UN News | September 2012

UNPD-Beschaffung: Bessere Einspruchsmöglichkeiten für Unternehmen

Eine neue Beschaffungsreform der Vereinten Nationen soll die Prinzipien Fairness, Transparenz und Effizienz  fördern. Ziel der von der zentralen Beschaffungsabteilung UNPD angestoßenen Initiative ist es, diese Leitlinien sowie das Best Value for Money Prinzip stärker in den Beschaffungsaktivitäten der Vereinten Nationen zu verankern.

Aus diesem Grund hat UNPD zwei neue Review Boards eingerichtet; das Award Review Board und das Senior Vendor Review Committee. Das Award Review Board (ARB) macht es Unternehmen möglich, gegenüber der UN Einspruch einzulegen.

Award Review Board
Bislang gab es kein formales, unabhängiges Einspruchssystem in der UN. Das hat sich jetzt geändert: Das Award Review Board gibt erfolglosen Teilnehmern bei UNPD-Ausschreibungen nun die Möglichkeit, herauszufinden, was mit ihrem Angebot passiert ist und gegebenenfalls Einspruch einzulegen.

Der erste Schritt für erfolglose Anbieter ist die Bitte um ein formelles Debriefing. Darin erhält der Anbieter eine Rückmeldung, wie sein Angebot bearbeitet und bewertet wurde.

„This is a vital aspect in a transparent procurement system that reduces opportunities for corruption and increases opportunities to help vendors improve their bidding processes“

Jacqueline Schroeder, Secretary of the Award Review Board & the Senior Vendor Review Committee

Wenn der Anbieter weiterhin meint, dass der Beschaffungsprozess nicht ordnungsgemäß durchgeführt wurde, kann Einspruch eingelegt werden.

Externe Mitglieder des Panels
Das Board besteht nicht nur aus UN-Angestellten, sondern auch aus Drittexperten, um Unabhängigkeit und Transparenz zu gewährleisten. So soll das Gleichgewicht zwischen den wirtschaftlichen Interessen der UN und der Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit gewahrt werden.

Weiterführende Links:

•   Weitere Informationen zum Award Review Board und dem Beschwerdeprozess

Quelle: Supplement ASR 2011, UNPD

 

UN-Organisationen im Überblick: African Development Bank (AfDB)


Die Afrikanische Entwicklungsbank Gruppe umfasst drei Institution:

Die African Development Bank (AfDB) wurde 1964 gegründet, um Entwicklungsprojekte in Afrika zu finanzieren. Sie unterstützt ihre regionalen Mitgliedsländer vor allem mit Krediten zur Entwicklung des wirtschaftlichen und sozialen Sektors. Inzwischen zählt die Bank 53 afrikanische und 24 nicht-afrikanische Mitglieder, darunter auch Deutschland. Finanziert wird die AfDB aus Kapitaleinlagen der Mitglieder, aus Anleihen der Bank auf internationalen Kapitalmärkten sowie aus Darlehensrückzahlungen und Krediten. Deutschland verfügt über 4,1 Prozent der Kapitalanteile und steht unter den nicht-regionalen Mitgliedern damit an dritter Stelle nach den USA und Japan.

Der Afrikanische Entwicklungsfonds (African Development Fund, AfDF), wurde 1973/74 gegründet. Finanziert wird er durch die 26 Mitgliedsländer. Der Fonds gewährt besonders armen afrikanischen Ländern finanzielle Hilfen in Form von Zuschüssen und Krediten zu besonders günstigen Konditionen.

Der Nigeria Trust Fund (NTF) wurde 1976 durch eine Vereinbarung der Bankengruppe und der nigerianischen Regierung ins Leben gerufen. Der Fonds dient der (Ko-)Finanzierung von Projekten sowohl im öffentlichen als auch im privaten Sektor.

Aufgabe der AfDB ist die Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung und des sozialen Fortschritts in den (afrikanischen) Mitgliedsländern durch Vergabe von Krediten. 2011 finanzierte die Bankengruppe 184 Projekte in Höhe von insgesamt 5,7 Milliarden UA (Units of Account), das entspricht etwa 8,8 Milliarden US$.

Hauptförderbereiche sind Infrastruktur (Transport, Wasser, Energie, Kommunikation), gute Regierungsführung (Finanzwesen) und regionale Integration (Transport und Vermarktung).

Formell ist die AfDB nicht Teil des UN-Systems. Die regionale Bank arbeitet jedoch eng mit den UN-Organisationen zusammen. Ausschreibungen der AfDB werden auf der Onlineplattform United Nations Global Market Place (UNGM) veröffentlicht.

Weiterführende Links:

•   How to do business with the African Development Bank (pdf.-Datei)
•   Corporate Procurement - Vendor Kiosk (Webseite der African Development Bank Group)

Quelle: AfDB (afdb.org), Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (bmz.de), United Nations Global Marketplace (ungm.org)  

 

Roadshow 2012: Geschäfte bei UN und Weltbank – aber wie?


Rund 75 Unternehmer informierten sich im Rahmen der Roadshow 2012 über Geschäftsmöglichkeiten bei UN und Weltbank. Die Veranstaltungen fanden vom 10. bis 13. September bei der IHK München, IHK Stuttgart, IHK Frankfurt und IHK Dortmund statt. Die Veranstaltungsreihe, die bereits zum vierten Mal in Deutschland stattfand, bietet Unternehmen die Möglichkeit, einzuschätzen, ob Weltbank/UN-finanzierte Projekte als weiteres Standbein innerhalb der Unternehmensstrategie in Frage kommen.

Die UN-Beraterinnen der Auslandshandelskammern stellten die Beschaffungsprozesse der UN-Organisationen vor und gaben Tipps zur Lieferantenregistrierung. Christoph Schemionek vom Delegiertenbüro der Deutschen Wirtschaft in Washington DC (RGIT) präsentierte, wie sich Unternehmen an Weltbank-finanzierten Projekten beteiligen können und Oliver Griffith informierte über die Arbeit der International Finance Corporation (IFC) als Teil der Weltbankgruppe.

In den Präsentationen wurden die wichtigsten Unterschiede der Organisationen deutlich:

•   Die UN-Organisationen kaufen selbst Produkte und Dienstleistungen mit Hilfe eines Ausschreibungssystems ein.

•   Die Weltbank vergibt projektbezogene Gelder, z.B. an Ministerien. Diese setzen die jeweiligen Projekte um und führen in diesem Zusammenhang Ausschreibungen durch.

•   Die IFC gewährt Kredite für Investitionen in Entwicklungsländern.

Im Anschluss an die Vorträge hatten die Unternehmer die Möglichkeit, Einzelgespräche mit den Referenten zu führen. Im Mittelpunkt des Beratungsbedarfs standen Themen wie die geeignete Kontaktaufnahme zu Projektmanagern, der Aufbau von Verkaufsstrategien sowie die Möglichkeit, die Weltbank/UN über neueste Technologien zu informieren. 

Unternehmen, die sich für eine stärkere Ausrichtung auf die UN bzw. Weltbank entscheiden, können die Unterstützung von RGIT und den Auslandshandelskammern USA-New York und Kopenhagen in Anspruch nehmen.

Weitere Informationen zum Beratungsangebot: 

• Vereinte Nationen (UN): AHK Dänemark - AHK USA - New York
• Weltbank: RGIT USA
• International Finance Corporation (IFC): IFC Advisory Services

Download Präsentationen:

Vereinte Nationen
Weltbank
International Finance Corporation


Veranstaltungen

Seminar UN & Weltbank, Berlin 15. Oktober 2012
 
Außenwirtschaftstag für die Medizintechnik & Analysen-, Bio- und Labortechnik, Berlin 16. Oktober 2012

UN Procurement Seminar, Rom / Brindisi 29. - 31. Oktober 2012

Workshop - UN & Weltbank für deutsche Unternehmen der Medizintechnik, Washington D.C. 4. Dezember 2012


Links

AHK Dänemark

AHK USA - New York

Annual Statistical Report on United Nations Procurement 2011

United Nations Global Marketplace


Kontakt


Nicole Klug
Deutsch-Amerikanische Handelskammer


Tel.: +1 (212) 974-8853
E-Mail: nklug@gaccny.com

 


Mie Jessen Jakobsen
Deutsch-Dänische Handelskammer


Tel.: +45 33 41 10 34
E-Mail: mjj@handelskammer.dk


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